Values & Ventures startet Interview-Produktion
Im Juni startete bei Values & Ventures die Interview-Produktion.
Hier ist dein monatliches Update rund um Spreedia und Bewegungen in der Media-Plattform-Landschaft.
Interview-Run bei Values & Ventures
Die Show startete im Mai mit Episoden, die eine Vorschau auf zukünftige Themen geben. Im Juni wurde das Studio in Berlins Szene-Kiez Friedrichshain nun endlich produktions-ready.
Erste Interviews mit Philipp Witzmann, CEO von nebenan.de und Kathrin ,,KayKay" Kunze-Lehr wurden aufgenommen. Dabei durchlief das Studio-Setting eine starke Transformation.
Zwei Stories dazu gibt es bei Values & Ventures im Blog:
Zwei Podcasterinnen kapern das Studio
Studio-Upgrade und was ich alles nicht gemacht habe
LinkedIn Updates (was für ein Monat!)
LinkedIn hat eine Vielzahl an Updates rausgehauen, die für Creator:innen und Unternehmen echte Game Changer sein können. Ganz klar zu erkennen: B2B Influencer Marketing wird professionalisiert.
Creator Marketplace
Im Creator Marketplace können Marken gezielt nach Creator:innen suchen, gefiltert nach Thema und Content-Expertise. Reichweite, Zielgruppe und Performance-Daten werden übersichtlich angezeigt. Der Fokus soll auf der Relevanz statt der Followerzahl liegen. So sollen Marken mit Influencer:innen verbunden werden, die in den entscheidenden Kategorien und Gruppen Einfluß haben.
Der Hintergrund dafür ist klar: 82 Prozent der B2B-Marketer sagen, dass Creator:innen die Glaubwürdigkeit bei Entscheidern erhöhen, und 70 Prozent der Käufer:innen verlassen sich stärker auf Peer-Stimmen als auf klassische Markenkommunikation.
Bislang kann LinkedIn nur über Thought Leader Ads vom Geschäft der B2B Creator:innen profitieren. Mit dem Creator Marketplace wird LinkedIn zum Vermittler und schaltet sich zwischen Unternehmen und LinkedIn-User:in.
Der Creator Marketplace ist im Campaign Manager unter Content and Assets zu finden.

Creator-Marktplätze sind nicht neu. Passionfroot aus Berlin bietet eine Plattform, die Creator-Kampagnen für Unternehmen skalierbar macht. Kampagnen können hier neben LinkedIn aber auch Newsletter, Podcasts oder weitere Social-Plattformen umfassen. Angel Investor seit 2020 ist übrigens Unternehmerin und LinkedIn-Expertin Celine Flores Willers, die früh den Wert von B2B Creator:innen erkannte.
So können LinkedIn Creator:innen jetzt starten
Wer als Creator sichtbar werden will, meldet sich über den neuen Monetization-Tab an und landet direkt im Signup-Flow für den Marketplace. Leider konnte ich mich noch nicht anmelden. Aktuell läuft der Rollout in einer Alpha-Phase und ist auf Creator in den USA und Kanada mit englischsprachigem Content beschränkt, eine Ausweitung auf weitere Märkte und Sprachen ist angekündigt, aber ohne festen Zeitplan.
Sobald das Profil gelistet ist, können Marken direkt Kontakt aufnehmen und Kooperationen über die Plattform abwickeln, inklusive Auszahlung über Stripe. Ein bequemer Weg für Creator:innen, bezahlte Kollaborationen reinzubekommen. Scheinbar nimmt LinkedIn bisher keine Gebühr für den Service, aber schätze, dass die Vermittlung noch vor Ende des Jahres monetarisiert wird.

BrandWorks als Kampagnen-Support
Parallel zum Marketplace hat LinkedIn BrandWorks gestartet, ein Team aus Brand-, Kreativ-, Content- und Event-Experten, das Marken mit Hands-on-Strategie bei ihren Kampagnen unterstützt.
Das ergibt Sinn, denn Creator:innen finden zu können bedeutet nicht, dass man die Expertise besitzt, erfolgreiche Creator-Kampagnen zu konzipieren und durchzuführen. Hier greift LinkedIn Creator B2B Agenturen an, die diesen Service bereits anbieten.
Anders als der Marketplace ist BrandWorks bereits global verfügbar, Unternehmen weltweit können also schon jetzt Creator-Content und Sponsoring-Möglichkeiten über internationale Märkte hinweg entwickeln.
LinkedIn testet kollaborative Posts: Wird das Feature zum Ärgernis?

Bei einem kollaborativen Post können Mitgliederprofile und LinkedIn-Seiten gemeinsam posten. Alle Kollaborateure werden oben im Post angezeigt.
Das bedeutet:
Für die LinkedIn Community
Zusammenarbeit wird transparenter und bekommt einen offiziellen Charakter. Wer an einem Produkt, einer Kampagne oder einem Moment beteiligt war, wird sichtbar, statt im Hintergrund oder einer kurzen Erwähnung zu verschwinden. Ich denke, dass ich in meiner Zeit bei HubSpot dieses Feature sehr oft benutzt hätte. Wertschätzung für Kolleg:innen bei Announcements oder Transparenz bei Collabs wären schick gewesen.
Für Unternehmen
Launches, Meilensteine und Partnerschaften lassen sich in einem einzigen Post zusammen feiern.
Für die Creator Economy
Neu ist das Format nicht. Kollaboration als Format war bisher TikTok, YouTube oder Instagram vorbehalten. Auf YouTube habe ich es selbst schon erfolgreich eingesetzt, weil zwei Feeds zusammen bespielt werden.
Ich frage mich, wie sich Collaborations auf LinkedIn auf das Engagement auswirken. Da man bis zu fünf Connections oder Pages hinzufügen kann, werden wir wahrscheinlich bald nur noch Collab-Posts sehen. 🫣
Ab und zu musste ich Personen in meinem Netzwerk bereits darauf hinweisen, mich nicht kontextlos zu taggen oder mir Links zu ihren Posts zu schicken, wenn sie zero Relevanz für mich hatten. Dieser Griff nach meinem Engagement und meiner Reichweite ist unangenehm. 😡
Mir wird nichts gegeben und nur Zeit gestohlen.
Daher hoffe ich, dass jetzt nicht für alles, was eine relevante Erwähnung wäre, plötzlich Collab-Anfragen hereinschneien. Zum Glück muss man Collabs bestätigen, eine vorherige Absprache ist trotzdem Pflicht!
LinkedIn testete kollaborative Posts in Cannes mit einer Gruppe aus Creator:innen und Brands. Ein Rollout soll in den nächsten Monaten folgen.
Quellen:
- Helping Brands Deliver Impact With Creators and Stronger Creative (LinkedIn for Marketing)
- LinkedIn’s Creator Marketplace, a new ecosystem for brand/creator connection (LinkedIn.com)
Spotify Updates
Spotify dreht an einer Stelle, die viele Creator unterschätzen: Analytics.
Die neuen Insights in Spotify for Creators zeigen nicht nur Plays, sondern auch, wie Menschen Deinen Podcast entdecken, wann sie zurückkommen und welche Episoden wirklich ziehen.
Teilweise waren die Insights vorher schon vorhanden, waren aber nur bedingt hilfreich. Die Dashboards sind nun detaillierter, alles wirkt ausgereifter. Ein großer Schritt für Creator:innen, die auf Spotify ihren Podcast hosten.

Spannend finde ich vor allem drei Dinge:
- neue Daten zu neuen und wiederkehrenden Hörern
- Benchmarks gegen meine bisherigen Episoden
- mehr Transparenz bei Engagement, Comments und Follower:innen

Wichtig: In Absprache mit Creator:innen, Expert:innen aus der Branche, darunter auch die Alliance for Measurement in Podcasting (AMP) führt Spotify einen neuen Branchenstandard ein.
Ab 30 Sekunden zählt nun ein Play. Vorher waren es 60 Sekunden. Damit dürften Reichweitenzahlen von Podcastern nach oben schnellen. Ob 30 Sekunden tatsächlich als echtes Engagement zählen sollten?
Betrachtet man andere Plattformen, dann ist die Anpassung nachvollziehbar:
- YouTube: Nach 30 Sekunden kontinuierlicher Wiedergabe. Bei kurzen Videos greifen Sonderregeln.
- LinkedIn: Nach 2 Sekunden.
- Instagram Reels: Praktisch beim Start der Wiedergabe. Bei Instagram-Videos insgesamt ist 3 Sekunden ein gängiger Schwellenwert.
- TikTok: Auch hier zählt ein View praktisch sofort beim Start des Videos, inklusive Wiederholungen.
Bei Podcasts könnte der Eindruck entstehen, dass die Reichweiten deutlich hinter denen anderer Plattformen liegen.
Erfolgreiche Podcaster:innen und Marketer:innen zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Performance von Shows tatsächlich zu verstehen. Daher ist es unerlässlich, sich mit Kennzahlen und wie sie zustande kommen auseinanderzusetzen.
Quelle: Spotify for Creators
YouTube Updates
Hier sind die Neuigkeiten aus dem monatlichen Creator Roundup des YouTube Creator-Kanals.
Google Omni-Modell in Shorts und Create
Mit dem neuen Omni-Modell von Google lassen sich in YouTube Shorts und YouTube Create Videoclips mit verbesserter Qualität erzeugen, basierend auf einem Prompt und bis zu drei Referenzbildern, mit einer Länge von bis zu zehn Sekunden. Das reiht sich in den branchenweiten Trend ein, generative KI zunehmend tief in die Content-Produktion von Plattformen zu integrieren.
Ich bin ein großer Fan von KI-Support in der Content-Erstellung, aber die blitzschnell erstellten KI-Shorts müllen YouTube nur noch mehr zu. Es erschließt sich für mich auch nicht, wieso YouTube und andere Plattformen gegen AI Slop vorgehen, dann aber Easy-to-Use-Werkzeuge an User:innen verteilen.
Mein Tipp: Setzt lieber mit Authentizität auf einen Trend, der gerade Instagram erobert. In Zeiten der KI-Vermüllung kommen Formate gut an, die sich echt anfühlen. Ich teste gerade Behind-the-Scenes-Videos auf LinkedIn. Das erste erreichte keine besonders hohe Reichweite, aber die Kommentare signalisierten Interesse. Zudem kamen direkt danach Kontaktanfragen und auch direkt Anfragen herein, ob man in meinem Podcast auftreten dürfe.

Klarere Einblicke im Content-Tab
YouTube Studio zeigt jetzt Einschränkungen direkt im Content-Tab an, mit einem dreistufigen Symbolsystem aus Rot für komplette Sperrungen, einem Ausrufezeichen für teilweise Einschränkungen wie limitierte Werbung und einem Info-Icon für reine Hinweise. Ein Hover über die Notices-Spalte erklärt sofort die Ursache und die Auswirkung auf Reichweite und Monetarisierung, inklusive eines direkten Buttons für mögliche Gegenmaßnahmen. Neu ist außerdem eine Spalte für geschätzte Einnahmen je Video über alle Erlösquellen hinweg, von Ads über YouTube Premium bis Shopping, wobei die Zahlen laut YouTube rund zwei Tage zur Finalisierung brauchen.
Bessere Kommentar-Verwaltung
Die Kommentar-Seite in YouTube Studio bekommt eine neue Such-Funktion, die über reine Keyword-Treffer hinausgeht und stattdessen nach Themen und Bedeutung filtert. Creator können eigene Suchbegriffe eingeben, vorgeschlagene Themen auswählen oder mit einem Klick ähnliche Kommentare finden, was die Moderation größerer Communities deutlich beschleunigt.

Lizenzierte Musik für Posts
Posts lassen sich jetzt mit bis zu zehn Bildern und lizenzierter Musik kombinieren, was neue Formate für bildbasiertes Storytelling öffnet und zusätzliche Reichweite im Shorts-Feed ermöglichen soll. Für Creator:innen eine Möglichkeit, mehr Emotionen und Dynamik in Inhalte zu bringen.
Letztendlich ist das Ergebnis eine Diashow mit Musikuntermalung. Wahrscheinlich können große Creator:innen mit geringem Aufwand hohe Reichweiten erzielen. Ich finde das Update eher unattraktiv und setze auf YouTube lieber auf echtes Bewegtbild.
Quelle: YouTube Creators | Creator Roundup
Apple Podcasts pusht Video Podcasts

Video-Podcasts sind für ein wachsendes Publikum das neue TV. Der Anteil von Menschen, die YouTube Content auf dem Fernseher anschauen, wächst. Das konnte ich in meiner Zeit in HubSpots Media Team beobachten und sehe es bei meinen eigenen Podcast-Projekten.
Nur logisch, dass Apple nun Podcasts auf Apple TV pusht.
Ein Redesign von Apple Podcasts bringt das Abspielen von Video Podcasts, eine neue Sidebar für vereinfachtes Browsing sowie die Anzeige von Episoden-Covern.
Apple bessert auch auf dem Mac nach:
- Picture-in-Picture kommt, sodass beim Wechseln von Tabs das Video sichtbar bleibt.
- Transkripte
- Timed Links
- Kapitel
Ich weiß, dass das alles keine revolutionären Features sind. Apple hinkt Jahre hinter Spotify her. Dort gibt es seit 2023 Video und Engagement-Möglichkeiten wie Kommentare oder Abstimmungen.
Die Revolution für Podcaster und Apple User:innen besteht darin, dass Apple-Fans nun über das Apple-Ökosystem Video-Shows auf Milliarden von Geräten sehen können. Viele Apple-User:innen werden erst jetzt Video-Podcasts für sich entdecken. Ohne Premium-Account können sie die Shows ohne künstliche Werbeunterbrechungen der Plattform genießen (zumindest aktuell noch).
Für mich als Medienunternehmer und Video-Creator ist das ein echter Game Changer. Marken, die in einem authentischen Creator-Umfeld stattfinden wollen, finden unter Apple-User:innen eine im Durchschnitt zahlungskräftigere Audience als auf anderen Plattformen.
Mit einer dritten populären Videoplattform sinkt zudem die Abhängigkeit von YouTube und Spotify. Kleine Algorithmus-Veränderungen können die Reichweite drastisch beeinflussen. Da ist es gut, wenn es eine dritte Distributionssäule gibt (neben den Audio-only-Plattformen).
Das Update für macOS und tvOS kommt im Herbst.
Quelle: Apple
Meine Show Values & Ventures ist übrigens bereits als Video-Podcast verfügbar. Die ersten Interviews werden noch im Juli veröffentlicht.
Bis zum nächsten Spreedia-Update!
Ben Harmanus
Gründer von Spreedia