Values & Ventures verlässt den Hafen
Mitte Mai startete Values & Ventures, der Newsletter und die Podcast-Show für Entrepreneure.
Hier ist dein monatliches Update rund um Spreedia und Bewegungen in der Medienlandschaft. Heute geht's um den Launch des ersten Spreedia-Podcasts, und Änderungen für Creator:innen auf YouTube und Spotify.
Values & Ventures

Die erste Media Brand von Spreedia ist live. Mitte Mai starteten der Newsletter und die Podcast-Show über Entrepreneurship, digitale Souveränität, Persönlichkeitsentwicklung, Diversität und nachhaltiges Wachstum. Hier gibt es den Video-Teaser (Spotify) und das Interview mit den Gründer:innen Emma-Isadora Hagen und Franz Wegner (YouTube), die beide auf LinkedIn Millionen-Reichweiten erzielen.
Übrigens: Values & Ventures gibt es auch als Video-Podcast auf Apple Podcasts! Richtig gelesen. Auch Apple bietet nun seit April allen Creator:innen an, ihre Show als Videoformat hochzuladen.
Der Ausbau des Podcast-Studios geht voran und die ersten Onsite-Interviews befinden sich im Kalender.
YouTube Updates
Hier sind die Neuigkeiten aus dem monatlichen Creator Roundup des YouTube Creator-Kanals.
Creator Roundup:
- Kontostatus in YouTube Studio: Eine neue Übersichtsseite zeigt Kanalstatus, Urheberrechtsverwarnungen, Community-Warnungen und Monetarisierungsberechtigung gebündelt an; dazu gibt es konkrete Hinweise zur schnellen Behebung von Problemen.
- Live-Countdown-Sticker: Creator können in Livestreams Countdown-Sticker einbauen, um Vorfreude auf Momente, Ankündigungen oder Reveals aufzubauen.
- Neues Shorts-Remix-Update: Über „Reimagine“ lassen sich Ideen mit Prompts, Vorschlägen und optional Referenzfotos schneller per KI in neue Varianten der Shorts umsetzen; der veröffentlichte Short verlinkt zurück zum Original-Video. Ob das eine gute Idee für kreative Werke oder zu noch mehr schnell produziertem KI-Schrott führt, werden wir sehen. Noch ist das in Deutschland nicht da.
- Unique Reach in Analytics: Der neue Messwert schätzt, wie viele einzelne Personen ein Video oder ein Kanal erreicht hat, und hilft bei Reichweitenbewertung und Brand-Deals.
- Verlauf in Ask Studio: Prompts und frühere Unterhaltungen sind nun leichter wiederauffindbar und verwaltbar.
- Geschenke und Juwelen in mehr Ländern: Nutzer:innen können Creator:innen virtuelle Geschenke kaufen. Die Funktion wird auf weitere Märkte ausgeweitet, ist aber in der DACH-Region noch nicht verfügbar.
Quelle: YouTube Creators, Creator Roundup
YouTube hat tausende Kanäle demonetarisiert. Was steckt dahinter?
Letztes Jahr führte YouTube eine neue Richtlinie ein: "Inauthentic Content" (unechter Inhalt). YouTube zahlt keine Werbeeinnahmen mehr für Videos, die immer gleich aussehen, massenweise produzieren und keinen echten Mehrwert liefern. Die Prüfung übernimmt eine KI, keine Menschen. Laut Creator Fynn Röber macht diese KI aktuell massenhaft Fehler und feuert auch hochwertig produzierte Kanäle aus dem Partnerprogramm. Einsprüche werden ebenfalls von KI bearbeitet und meist innerhalb weniger Stunden abgelehnt.

Die drei Kanal-Typen, die es trifft
Der Creator beschreibt konkret, welche Kanäle aktuell gesperrt werden:
- KI-Spamkanäle: Roboterhafte Stimme, Minecraft-Gameplay im Hintergrund, täglich bis zu zehn identische Videos, nur das Thema wechselt.
- Fleißige Creators mit repetitivem Format: Sogar echte Animation Artists mit wochenlanger Arbeit werden geflaggt, weil YouTubes KI nur Muster erkennt, keine Qualität.
- YouTube-Shorts-Kanäle: Wer täglich mehrere Shorts mit gleichem Aufbau hochlädt, gilt automatisch als Massenproduzent. Dazu kommt: Werbetreibende zahlen für Shorts deutlich weniger, was YouTube weniger Anreiz gibt, diese zu monetarisieren.
Was laut Creator Fynn Röber wirklich funktioniert
Aus seinen 18 noch laufenden Kanälen leitet er fünf konkrete Empfehlungen ab:
- Eigene Meinung einbringen statt Fakten aneinanderzureihen. KI soll den eigenen Text überarbeiten, nicht ersetzen.
- Lehrreiche Langformat-Videos produzieren: YouTube will die größte Bildungsplattform der Welt werden und belohnt das
- 70/30-Regel: 70% eigene Ideen, Recherche und Struktur, 30% KI für den Feinschliff
- Thumbnails variieren: Gleiche Farben, gleiches Layout in den letzten 20 Videos. Das reicht als Flag, egal wie gut der Schnitt ist
- Multi-Channel Networks (MCNs) prüfen: Ab 5.000 Abonnenten und 3.000 € Monatsgewinn bieten MCNs einen echten Schutzschild, direkten Ansprechpartner bei YouTube und bessere Platzierungen, für 5 bis 10% der AdSense-Einnahmen
Eine Beobachtung am Rande
Demonetarisierte Kanäle werden von YouTube weiterhin und sogar verstärkt ausgespielt. YouTube schaltet weiterhin Werbung vor den Videos, behält die Einnahmen aber komplett ein. Wer also keine alternativen Einkommensquellen hat (Affiliate, Kooperationen, digitale Produkte), verliert alles.
Hier geht's zum empfehlenswerten Video von Fynn Röber.
Spotify Creator Updates
Spotify baut seine Plattform für Creator weiter aus und setzt dabei klar auf drei Dinge: mehr Monetarisierung, tiefere Fan-Beziehungen und bessere Entdeckung von Podcasts direkt im Spotify-Ökosystem. Die neuen Funktionen zeigen, dass Spotify Podcasts nicht nur als Inhalte, sondern als nachhaltiges Creator-Business versteht.
Sponsorships
Ab sofort können Creator, die über Spotify for Creators oder Megaphone im Spotify Partner Program sind, Sponsorship-Segmente in Videofolgen besser verwalten. Sie können Platzierungen planen, austauschen und deren Leistung auswerten. Dieser Schritt soll die bisher oft mühsame Sponsorship-Pflege deutlich vereinfachen.
Besonders interessant: Auch ältere Folgen lassen sich mit neuen Sponsorships aktualisieren, sodass nicht nur aktuelle Episoden, sondern die gesamte Bibliothek weiter zur Monetarisierung beitragen kann. Damit wird Spotify für viele Publisher und Creator attraktiver, die auf langlebige Inhalte und wiederkehrende Werbeerlöse setzen.

Memberships als neues Modell
Mit den angekündigten Memberships führt Spotify ein abonnementbasiertes Modell ein, das Creator wiederkehrende Einnahmen und Fans exklusive Inhalte bietet. Dieses Modell geht über klassische Werbung hinaus und schafft eine direktere wirtschaftliche Beziehung zwischen Creator:in und Publikum.
Für Creator ist das relevant, weil sie dadurch besonders engagierte Hörer:innen gezielt ansprechen können, ohne die Beziehung komplett an externe Plattformen abzugeben. Spotify betont außerdem, dass Creator die direkte Kontrolle über ihre Publikumsbeziehung behalten und Daten plattformübergreifend exportieren können.
Mehr Interaktion im Player
Auch auf der Nutzerseite wird Spotify interaktiver: Fans können nun direkt in der Ansicht „Aktueller Titel“ Fragen zu einer Podcast-Folge stellen, während sie die Episode hören oder ansehen. Die Antworten basieren auf Transkripten und Websuche, sodass Nutzer Inhalte vertiefen können, ohne die Show zu verlassen.
Das ist mehr als nur eine Zusatzfunktion: Spotify macht damit aus einer linearen Episode ein interaktives Erlebnis, das Neugier belohnt und Hörerinnen und Hörer länger im Content hält. Für Creator kann das neue Chancen schaffen, weil Inhalte stärker im Moment der Rezeption aktiviert werden.

Personalisierte Podcast-Erlebnisse
Spotify arbeitet außerdem an „Personal Podcasts“, einem Format, bei dem Hörerinnen und Hörer kurze, private Audiofolgen generieren und planen können, die auf ihre Interessen und ihr Verhalten zugeschnitten sind. Damit soll erweitert werden, wie Nutzer:innen Inhalte entdecken.

Die Frage ist, ob Creator:innen tatsächlich davon profitieren. Denn dieser aggregierte Content ähnelt den „AI Overviews“ der Google Suchergebnisse. Und dort sehen wir, dass die ursprünglichen Webseiten zwar für die Antworten genutzt werden, aber weniger Klicks bei den ursprünglichen Autor:innen ankommen.
Quelle: Spotify.com
Bis zum nächsten Spreedia-Update!
Ben Harmanus
Gründer von Spreedia